Dass auf das Studium der Chorleitung das Studium des Orchesterdirigierens folgte, betrachtet Maria Benyumova als natürliche Entwicklung, die zum einen mit dem Spaß an der Musik und an den Menschen zusammenhängt, aber auch damit, dass in Deutschland Chor- und Orchestermusik oft eng verknüpft sind. Man denke da beispielsweise an die Werke von Bach. Gleichwohl wird deutlich, dass sehr viel Arbeit und Disziplin hinter Maria Benyumovas bisherigem Werdegang stehen. Sie führt aus, wie viel Verantwortung auf den Schultern eines Dirigenten lastet und das man nicht genug vorbereitet sein kann, bevor man zu einer Probe erscheint. Wie wichtig es ist, tief in die Substanz eines Werkes zu gehen und dass es so etwas wie „eine Partitur oft genug gelesen haben“ nicht gibt. Doch etwas anderes wolle sie niemals machen, versichert sie dann. Dazu sei ihre Leidenschaft für die Musik zu groß.
Auf die Frage, was ihr an der Arbeit als Dirigentin am meisten Vergnügen bereitet, kommt sofort die Antwort: proben, gefolgt von einem kurzen Lachen. Natürlich sei jedes Konzert die Krönung des spannenden, aber oft auch langen Prozesses des Probens. Jedoch sei es der Moment während des Probens in dem ein Stück zu klingen beginne, in dem aus vielen einzelnen Menschen ein Chor, respektive ein Orchester würde, dieser Moment würde sie immer wieder beflügeln und ihr zeigen, wie sehr sie das Dirigieren liebt.
Schaut man sich die Dirigentenszene genauer an, wird schnell deutlich, dass es sich doch in weiten Teilen um eine Männerdomäne handelt. Dem widerspricht Maria Benyumova nicht, möchte dem Thema aber auch nicht zu viel Gewicht beimessen. Sie habe bisher nie Probleme gehabt, weil sie eine Frau sei und wenn doch einmal Unstimmigkeiten auftauchten, so waren diese meist nach der zweiten Probe vergessen. Es sei natürlich wichtig, sich dem Ensemble gegenüber seriös und ernstzunehmend zu präsentieren, doch das Fachliche sei noch immer der Aspekt ihrer Arbeit, auf den es am meisten ankäme und der unbedingt stimmen müsse. Im Grunde aber hätten alle das gleiche Ziel, welches sie miteinander verbindet, nämlich gemeinsam Musik zu machen. Die Leidenschaft dafür merkt man Maria Benyumova bei jedem Satz an.
Momentan bereitet sich Maria Benyumova auf ihre erste Festanstellung vor. Wenn sie im April ihr Studium abgeschlossen hat, wird sie ab der Spielzeit 2010/2011 die Chordirektion an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach übernehmen und dort für die Leitung des Opernchores und des Niederrheinischen Konzertchores verantwortlich sein. Sie freut sich auf die neue Herausforderung und auf die Chance noch mehr lernen zu können. „Oh, und auf die Opern, auf die freue ich mich auch,“ fügt sie dann noch hinzu. Wir wünschen ihr für ihre neuen Aufgaben viel Erfolg und weiterhin so viel Freude am Dirigieren. jca