Herzlich Willkommen in der Galerie 75

Im Rahmen des Jubiläums 75 Jahre Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. wurde der Fotograf Veit Mette zu einer fotografischen Spurensuche beauftragt, die Geschichte und Wirken der Stiftung in den Blick nimmt.

Im Buch mit 75 Doppelseiten erschienen, erhalten Sie hier nähere Informationen zu den einzelnen Bildern (Texte: Dr. Annekatrin Gall). Wir laden Sie mit diesen Bildern herzlich zu einer näheren Beschäftigung mit der Geschichte und der Arbeit der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. ein. Senden Sie uns gerne weitere Informationen und Ihre Kommentare zu den einzelnen Darstellungen.

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Das Foto entstand im Oktober 2006.

Ausblick vom Hohen Meißner, Hessen.

Auf dem Meißner, einem Berg östlich von Kassel, fand am 11. und 12. Oktober 1913 der Erste Freideutsche Jugendtag als „Fest der Jugend“ statt. Der „Bund deutscher Wanderer“ hatte seine Mitglieder sowie verwandte lebensreformerische und reformpädagogische Vereinigungen dazu aufgerufen. Fast einhundert Jahre nach dem Wartburgfest von 1817 war der Freideutsche Jugendtag das nächste wirklich große organisierte Treffen der deutschen Jugend. Konkreter Anlass für diese Demonstration jugendlichen Aufbruchswillens war der Protest gegen die im Oktober 1913 stattfindenden patriotisch-chauvinistischen Festakte des Kaiserreichs zur 100-Jahr-Feier der Völkerschlacht bei Leipzig, die bereits im Zeichen des sich ankündigenden Ersten Weltkrieges standen. In seinen Memoiren schreibt Alfred Toepfer, dass die Feierlichkeiten auf dem Meißner auch der Erinnerung an den Sozialreformer Freiherr vom Stein gegolten hätten. Formelhaft fand die Geisteshaltung der Freideutschen Jugend Ausdruck in der sogenannten Meißner-Formel, die als Lebensgrundsatz insbesondere die bündische Jugendbewegung entscheidend prägte: „Die Freideutsche Jugend will nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein. Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei.“ Das Treffen auf dem Meißner – seit damals „Hoher Meißner“ genannt – hatte laut Zeitzeugen etwa 2000 Teilnehmer. Unter ihnen war der damals neunzehnjährige Kaufmannslehrling Alfred Toepfer, der zu jener Zeit bereits seit etwas über einem Jahr Mitglied im „Deutschen Bund“ war, der Hamburger Ortsgruppe des Wandervogels. Eines der Ideale der deutschen Jugendbewegung – ein tätiges, einfaches Leben zum Wohle der Gemeinschaft und das Einstehen füreinander – sollte des späteren Stifters ganzes Leben bestimmen. Eine zentrale Rolle spielte für Alfred Toepfer die Artikulation jener Ideale in der Schrift Herbstschau 1913, im selben Jahr verfasst von einem der Begründer der Bewegung: Hans Breuer, dem Herausgeber des Zupfgeigenhansl (des Liederbuchs des Wandervogel, erstmals erschienen 1908). Rückblickend im Alter stellte Alfred Toepfer sogar einen Zusammenhang jener Wandervogelbewegung und der Einigung Europas her, was ein Ignorieren ausgeprägt nationaler Tönen der freideutschen Bewegung bedeutet (vgl. Hans Mommsen, Winfried Marx: Alfred Toepfer in der deutschen Politik von 1913 bis 1945. In: Alfred Toepfer, Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie – Kritische Bestandsaufnahme, hrsg. von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Hamburg 2000, S. 29ff.) Zur 75. Wiederkehr des Tages jenes legendären Treffens fand 1988 ein weiteres Meißnertreffen statt, bei dem Alfred Toepfer nun selbst eine Rede an die versammelten ca. 5000 jungen Menschen hielt. Er dürfte der einzige unter den Meißner-Fahrern 1913 gewesen sein, der dieses Jubiläumstreffen 1988 noch erleben konnte.

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Ausblick vom Hohen Meißner, Hessen. 

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