Ankunft und Aufbruch – Über 75 Jahre Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.
Am 27. Januar 2007 jährt sich zum 75. Mal die Gründung der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. durch den Hamburger Kaufmann und Landwirt Dr. h.c. Alfred Toepfer. Anlass genug für die Stiftung, zwischen Ankunft und Aufbruch im Alltag ihrer Arbeit inne zu halten und sich an diesem Datum in verschiedenen Formaten und Zusammenhängen neu zu begegnen. Sie hat sich in der Planung dieser Begegnungen dabei an drei Grundgedanken orientiert:
Im Mittelpunkt der Aktivitäten sollen die Menschen stehen, denen unsere Stiftungsarbeit durch den Satzungsauftrag des Stifters verpflichtet ist. Neben den von uns geförderten, aktuellen wie ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten, den ausgezeichneten Preisträgern und Persönlichkeiten sind dies auch und vor allem die weiteren Freunde der Stiftung, die neben dem Stifter durch ihre fachkundige, stets konstruktiv-kritische Begleitung die eigentliche Qualität der Arbeit der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. geprägt haben: als Kuratoren und Beiratsmitglieder, in Jurys und Gremien, als Berater und Mitarbeiter, aber auch durch praktischen Rat im Einzelfall, in der historischen Aufarbeitung der Stiftungsgeschichte oder als Partner in unzähligen Projekten, Vorhaben und Förderungen. Mit den Veranstaltungen zum Jubiläum wollen wir gerade dort aufrichtig Dank sagen und zu weiterer Mitarbeit und Begleitung unserer Bemühungen einladen.
Zum zweiten soll Richtschnur der Festaktivitäten sein, dass eine Balance zwischen Kontinuität und Wandel versucht und ein Bezug zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stiftungsarbeit hergestellt wird. Angesichts der Vielzahl der Förderungen und Aktivitäten der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in den vergangenen Jahrzehnten muss jeder Versuch zwangsläufig scheitern, eine vollständige Bestandsaufnahme vornehmen oder gar eine „Leistungsschau“ der Bemühungen der Stiftung in all ihren Facetten aufbieten zu wollen. Wesentlich ist vielmehr, dass die vom Stifter mit hoher Kontinuität gesetzten Themen Kultur, Europa und Naturschutz stets wieder zu erkennen sind, wobei „Kultur“ in der Tradition Toepfers immer auch das praktische wie wissenschaftliche Interesse an Landwirtschaft, Forstwirtschaft und der Baukultur umfasst. Durchgängig ist dabei das Bemühen der Stiftung zu allen vorgenannten Themen europaweit und Völker verbindend zu denken, wirkungsbezogen zu handeln und sich als fragende, neugierige Institution und als Ort für gesellschaftliche Innovation zu begreifen.
Schließlich ist die Begegnung mit 75 Jahren Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. stets auch immer eine Begegnung mit dem Gründer der Stiftung, seiner Familie und den gemeinsamen Verdiensten um die Existenz und die Entwicklung der Stiftung. Eine Stiftung ist nie denkbar ohne ihren Stifter, ebenso wenig wie ein Werk ohne Künstler. Dabei gilt es für die Stiftung, angesichts der vorliegenden historischen Erkenntnisse den Respekt vor der außerordentlichen unternehmerischen wie stifterischen Lebensleistung, der prägenden Persönlichkeit und dem gesellschaftlichen Weitblick Toepfers mit der Notwendigkeit in Einklang zu bringen, sich immer wieder auch der kritischen Auseinandersetzung mit dem Wirken des Stifters in den Anfangsjahren der Stiftung, seinen Brüchen und seinen historischen Befangenheiten zu stellen. Hierzu ist Transparenz und Offenheit erforderlich, Werte, zu denen sich die Stiftung mit der Stifterfamilie heute wie in den Jahren zuvor auch im Rahmen der Festveranstaltungen verpflichtet fühlt.
Nicht zuletzt aus diesem Bemühen hat die Stiftung mit Rücksicht auf die Tatsache, dass im kollektiven Gedächtnis Deutschlands und Europas der 27. Januar dem Gedenken der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vorbehalten ist, den in diesem Programmheft angekündigten Festakt zum 75-Jährigen Bestehen abweichend von dem eigentlichen Jubiläumstag der Stiftungsgründung auf den 28. Januar verlegt.
Mit dem Stiftungsjubiläum präsentiert sich die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. nach Beschlüssen ihres Stiftungsrates zur Neuausrichtung der Stiftung und dem Auslaufen einer Vielzahl von verdienstvollen Preisen und traditionellen Aktivitäten erstmalig mit ihrem nun vollständig angelaufenen neuen Programm. Dieses Programm sucht die vom Stifter gesetzten Themen und viele sich in der europäischen Gegenwart heute stellenden Fragen in zeitgemäßer Weise und Methodik aufzugreifen und beispielhaft zu bearbeiten. Der zeitliche Rahmen und die Inhalte der nachfolgend vorgestellten Veranstaltungen soll auch Raum für eine Wahrnehmung und Diskussion dieses Aufbruchs ermöglichen. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. freut sich auf Ihr Kommen!
Jürgen Schrader (Vorsitzender des Stiftungsrates)
Ansgar Wimmer (Vorstandsvorsitzender)
Andreas Holz (Vorstandsmitglied)
